Mehr männliche Erzieher in Kitas?
Die Kita hier bei uns im Ort hatte nun eine zeitlang einen männlichen Erzieher zur Aushilfe. Und er hat seinen “Job” richtig gut gemacht. Warum er jetzt nicht mehr da ist soll nicht Gegenstand dieses Artikels werden, es hat wohl etwas mit einer fehlenden Qualifikation zu tun, aber genaues weiß ich da nicht.
Nun habe ich mir die Frage gestellt, warum gibt es eigentlich so wenig männliche Erzieher in Kindergärten und Tagesstätten? Dazu gibt es einige interessante Diskussionen und Artikel im Netz und irgendwie dreht sich alles fast immer um zwei Themen:
Mögliche sexuelle Übergriffe und die “Frauen” in einem Kiga-Team. Das hat mich nun doch etwas beschäftigt und habe dazu einiges gelesen.
Unter 3% männliche Erzieher
Das hat Gründe, die ich aber so nicht nachvollziehen kann. Dazu mal ein Zitat von urbia.de:
„Männer sind sexuell unbeherrschte Wesen. Lässt man sie an kleine Kinder, wächst das Risiko für sexuellen Missbrauch.“
Mit diesen drastischen Worten fasst Martin Verlinden, Psychologe vom sozialpädagogischen Institut NRW der Fachhochschule Köln den größten Vorbehalt gegen männliche Erzieher zusammen. Er will die tragischen Einzelfälle nicht leugnen, sieht aber ein Missverhältnis zwischen der Berichterstattung in den Medien und der tatsächlichen Gefahr mit Folgen. Dieser Generalverdacht ist ein auch ein wichtiger Grund, warum Männer ihre Berufswahl noch einmal überdenken oder nach der Ausbildung in den offenen Jugendbereich und die Heimerziehung wechseln.
Ich weiß ja nicht so genau, was ich dazu sagen soll. Ist das denn wirklich so? Und wenn dem so ist, dann finde ich das echt krank! Und diese Gedankengänge sollten schleunigst beendet werden. Aber wie das anstellen? Nun, eine Möglichkeit ist sicher Aufklärung und die Diskussion mit den Eltern suchen. Wenn das bemerkt wird, dann sollte das Thema mit den betroffenen Eltern angesprochen werden.
Es darf einfach nicht sein, dass männliche Erzieher gleich unter Generalverdacht stehen! Und es soll sogar Kindergärten geben, in denen es ein Wickelverbot für Männer gibt. Aha.
Voreilige Verdächtigungen sind aber nicht der einzige Grund, warum der Erzieherberuf bei Männern ein Image-Problem hat. Das fängt schon bei der Frage an, ob Kitas getrennte Toiletten für Männer und Frauen haben. Kindergärten in freier Trägerschaft seien da oft fortschrittlicher als die staatlichen Einrichtungen. Das spiegelt sich auch in der Männerquote wieder. In Kindergärten mit freiem Träger sind immerhin über zwei Prozent der Angestellten Männer – in den staatlichen Kitas sind es nur etwas über ein Prozent…
Jungen identifizieren sich stärker mit dem eigenen Geschlecht - (Oerter/Montada 1995, S. 274)
Und dazu noch die Tatsache, dass das Kind zu Hause Vater UND Mutter braucht. Mir geht es dabei gar nicht um einen möglichen “Vaterersatz”, nein. Vielmehr empfinden die Kinder selbst es bestimmt als angenehmer, wenn es auch männliche Erzieher gibt. Jungen sind einfach anders und Fussballspielen, oder andere “männlich angehauchte” Projekte machen mit männlichen Erziehern einfach mehr Spaß. Denn “Mädchen sind doch alle doof”!
Ich persönlich bin dafür, dass es mehr männliche Erzieher in den Einrichtungen gibt und würde mich freuen, wenn sich das in Zukunft positiv entwickeln wird.








